Vereinbarkeit
Vereinbarkeit
Frauen und Männer sollen frei wählen können, wie sie ihr Leben gestalten wollen.
Beruf, Familie, Weiterbildung, politisches und gesellschaftliches Engagement: Die Lebensentwürfe in der Schweiz sind so vielfältig wie nie zuvor. Für uns als Liberale steht fest, dass nicht der Staat vorschreiben soll, welches Familienmodell das richtige ist. Er soll vielmehr die Rahmenbedingungen schaffen, damit jede Frau und jeder Mann das eigene Modell tatsächlich leben kann. Echte Wahlfreiheit entsteht dort, wo Hindernisse abgebaut werden, sei es in der Arbeitswelt, bei der Kinderbetreuung oder im Steuersystem.
Gleichzeitig ist die Vereinbarkeit auch eine wirtschaftliche Notwendigkeit. Der Fachkräftemangel ist in vielen Branchen deutlich spürbar. Gut ausgebildete Frauen, die ihr Pensum reduzieren oder ganz aus dem Erwerbsleben aussteigen, weil sich Arbeit und Familie nicht vereinbaren lassen oder sich Erwerbsarbeit finanziell nicht lohnt, fehlen unserer Wirtschaft. Bessere Vereinbarkeit ist deshalb nicht nur eine Frage der Gleichstellung, sondern der Zukunftsfähigkeit unseres Landes.
Unsere Forderungen
Teilzeitmodelle bis ins hohe Kader für Frau und Mann
Führungsverantwortung und Teilzeitarbeit schliessen sich nicht aus. Jobsharing, Co-Leitungen und flexible Arbeitsmodelle zeigen, dass anspruchsvolle Positionen auch mit reduziertem Pensum erfolgreich ausgefüllt werden können. Wir setzen uns dafür ein, dass solche Modelle in Unternehmen und Verwaltung selbstverständlich werden, und zwar für Frauen und Männer gleichermassen. Nur wenn auch Väter ihr Pensum reduzieren können, ohne einen Karriereknick zu befürchten, wird die Familienarbeit partnerschaftlich aufgeteilt.
Gleicher Lohn für gleiche Leistung
Lohngleichheit ist ein Grundsatz, der in der Schweizer Verfassung verankert ist, und sie ist eine Frage der Fairness. Wer die gleiche Arbeit mit der gleichen Qualifikation leistet, soll auch gleich entlöhnt werden. Wir unterstützen transparente und nachvollziehbare Lohnsysteme und setzen auf Eigenverantwortung der Unternehmen statt auf überbordende Kontrollbürokratie.
Gemischte Teams auf allen Führungsebenen in Wirtschaft, Politik und Gesellschaft
Vielfältig zusammengesetzte Teams treffen breiter abgestützte Entscheide, sind innovativer und bilden die Gesellschaft besser ab. Frauen sind in Verwaltungsräten, Geschäftsleitungen und politischen Ämtern nach wie vor untervertreten. Wir wollen Frauen gezielt fördern, sichtbar machen und ermutigen, Verantwortung zu übernehmen, durch Vorbilder, Netzwerke und eine Kultur, die Leistung unabhängig vom Geschlecht anerkennt.
Schaffung eines zusätzlichen Angebots an Betreuungsstrukturen
Ohne verlässliche und bezahlbare Kinderbetreuung bleibt Wahlfreiheit eine leere Worthülse. Noch immer fehlen in vielen Regionen Betreuungsplätze, insbesondere für Kleinkinder und im schulergänzenden Bereich. Wir fordern ein bedarfsgerechtes Angebot, das sich an den Bedürfnissen der Familien orientiert, mit flexiblen Öffnungszeiten, Tagesstrukturen an Schulen und Betreuung auch in den Schulferien.
Systemwechsel hin zu Betreuungsgutscheinen
Statt Institutionen zu subventionieren, wollen wir die Eltern direkt unterstützen. Mit Betreuungsgutscheinen entscheiden Familien selbst, welche Betreuungsform für sie passt, ob Kita, Tagesfamilie oder ein anderes Angebot. Das stärkt die Wahlfreiheit, fördert den Wettbewerb unter den Anbietern und sorgt dafür, dass öffentliche Gelder dorthin fliessen, wo sie tatsächlich gebraucht werden.
Steuerliche Entlastung von Familien in den verschiedenen Lebensmodellen
Es darf nicht sein, dass sich Mehrarbeit für den zweiten Elternteil finanziell kaum lohnt, weil Steuerprogression und Betreuungskosten den zusätzlichen Verdienst weitgehend aufzehren. Wir setzen uns für ein Steuersystem ein, das Erwerbsarbeit belohnt, Heiratsstrafen beseitigt und Familien in allen Lebensmodellen fair behandelt. Dazu gehört insbesondere die Individualbesteuerung sowie ein höherer Abzug für die Kosten der Kinderbetreuung.
Weniger Vorschriften und Bürokratie für Krippen und Tageseltern
Übertriebene Auflagen bei Raumgrösse, Personalschlüssel oder Administration verteuern die Betreuung und verhindern neue Angebote. Qualität und Sicherheit der Kinder stehen selbstverständlich an erster Stelle, doch viele Vorschriften gehen darüber weit hinaus. Wir fordern pragmatische, schlanke Regeln, die es Kitas und Tageseltern ermöglichen, sich auf das Wesentliche zu konzentrieren: die gute Betreuung der Kinder.
Unterstützung der privaten Initiative bei der Kinderbetreuung
Viele gute Lösungen entstehen nicht am Reissbrett der Verwaltung, sondern aus privater Initiative: Firmenkitas, Elternvereine, Nachbarschaftsnetzwerke oder Tagesfamilien. Diese Eigeninitiative wollen wir stärken statt behindern. Unternehmen, die in familienfreundliche Strukturen investieren, sollen dabei unterstützt und nicht durch zusätzliche Hürden ausgebremst werden.
Anerkennung und Wertschätzung der Freiwilligenarbeit
Ob in der Betreuung von Angehörigen, in Vereinen, in der Nachbarschaftshilfe oder in politischen Milizämtern: Freiwilligenarbeit ist ein tragender Pfeiler unserer Gesellschaft, und sie wird zu einem grossen Teil von Frauen geleistet. Dieses Engagement verdient öffentliche Anerkennung. Wir setzen uns dafür ein, dass freiwillig erbrachte Leistungen sichtbarer werden und dass sich Freiwilligenarbeit, Beruf und Familie gut miteinander verbinden lassen.
Unser Ziel
Wir wollen eine Schweiz, in der Frauen und Männer ihre Talente in Beruf, Familie und Gesellschaft einbringen können, ohne sich zwischen dem einen und dem anderen entscheiden zu müssen. Eine Schweiz, die auf Eigenverantwortung, Wahlfreiheit und partnerschaftliche Lösungen setzt, und die damit wirtschaftlich stark und gesellschaftlich lebendig bleibt.